Schüleraustaustausch Thailand - Ein Erfahrungsbericht von Sophia H.

Sehr geehrte Damen und Herren der Benno Kittl Stiftung!
สวัสดีค่ะทุกคน

1411003950755Vor kurzem habe ich erfahren, dass die Benno Kittl Stiftung den halben Flugpreis für mich übernimmt. Darüber habe mich sehr gefreut; diese finazielle Unterstützung lässt mich mein Austauschjahr eher ohne Gewissensbissen wegen der hohen Kosten genießen. Danke!

Ich habe hier in Thailand in nur 4 Monaten schon unglaublich viel erlebt - Überraschendes, Befremdliches, Intetessantes, Erstaunliches, Herausforderungen, Momente der Freude und Begeisterung für diese faszinierende und fremde Kultur, aber andererseits auch Heimweh und Zweifel, ob es eine gute Idee war, sich in so jungen Jahren ins kalte Wasser werfen zu lassen. Es war und ist nicht immer leicht hier, aber aus allen Fehlern und unangenehmen Situationen habe ich etwas mitnehmen können.

Ich habe aber nicht nur viel über Thailand, seine Menschen, Kunst & Kultur, Geschichte, Natur, Umgangsformen und Sprache gelernt, sondern auch -und das gehört meiner Meinung nach zu meinen wertvollsten Erfahrungen- über Österreich, meine Familie und vorallem über mich selbst. Oft (öfter als es mir lieb war) habe ich...


  über meinen Schatten springen und meine Schüchternheit, die mir schon in Österreich oft ein Hindernis war, müssen. Wenn ich dann am Abend in mein Tagebuch geschrieben habe, war ich oft über mich selbst erstaunt und stolz, was ich geschafft habe.

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte keinen leichten Start in Thailand. Mit meiner Gastfamilie war es am Anfang schwierig, es gab viele interkulturelle Missverständnisse, und leider haben wir uns noch immer nicht wirklich zusammengelebt, weshalb ich gerade (wieder) über einen Gastfamilienwechsel nachdenke.
Gott sei Dank wurde ich in meiner thailändischen Gastschule umso netter empfangen. Die Lehrer waren alle sehr hilfsbereit und mein Kunstlehrer und meine Tanzlehrerin haben mich sogar schon oft auf mehrtägige Ausflüge in die umliegenden Provinzen mitgenommen.
Die Schule macht in Thailand wirklich Spaß, ich belege da die lustigsten Fächer wie z.B. Thai-tanzen, Thai-kochen, Blumenschmuck herstellen, Musik (da lerne ich ein traditionelles Streichinsrument, die Sii-Sow) und noch vieles mehr. Natürlich habe ich auch "normal" Fächer, wie man es von zuhause kennt, aber diese kreativen und traditionellen Fächer sind immer meine Highlights in der Woche!

tempelJeden Donnerstag unterrichte ich den ganzen Vormittag Englisch in einer Volkschule, was zwar viel Vorbereitungsarbeit für mich bedeutet, aber das ist alles vergessen, wenn die 40 Kinder "meiner Stammklasse" auf mich zugestürmt kommen, um ihre พี่เฟื่องฟ้า (wörtl. große Schwester Feuangfah) zu begrüßen. Feuangfah ist mein Thai-Name. Das ist eine schöne Blume (Google Übersetzer schlägt "Bougainvillea" als deutsche Namen vor), die hier quasi überall wächst. Manche nennen mich auch nur ฟ้า, was Himmel bedeutet.
Den Nachmittag verbringe ich im örtlichen Krankenhaus, wo ich manchmal für die Kranken österreichische und thailändische Volkslieder vorspiele. Eigentlich sollte ich dort traditionelle Thai-Massage und Kräutertherapie lernen, aber da es die Thais สบายๆ (sabay-sabay), also gemütlich, lieben, haben wir es noch nie dazu gebracht. Ich, der Thai sprechende Farang (Westler), bin nämlich immer eine riesige Sensation für die Kunden im Wartezimmer und "muss" mit jedem plaudern. Die freuen sich so sehr, dass ich nicht selten reich beschenkt mit Obst und ขนม (khanom, thailändische Süßigkeiten) heimkehre. Das ist vielleicht einer der schnösten Aspekte an Thailand: dass sich die Leute über einen freuen, besonders wenn man ein bisschen Thai spricht, und wenn es nur eine Begrüßung und Smalltalk ist!

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei der Benno Kittl Stiftung für die finanzielle Unterstützung bedanken! Ein Jahr in Thailand ist eine große Chnace für mich, an mir selbst zu arbeien, meinen Horizont zu erweitern und ein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt zu finden! ขอบคุณมากนะค่ะ

Liebe Grüße aus Nakhon Nayok, Thailand!
Sophia H.,